Startseite – Einführung in die Klostermedizin

Von der Heilkunst der Antike zur  Klostermedizin

Fast nahtlos mündete die uralte Heilkunst der Antike in die Klostermedizin des europäischen Mittelalters. Die bekannten großen Ärzte aus dem Altertum in Griechenland und Rom hinterließen ein mannigfaltiges Schrifttum. Darin enthalten war auch medizinisches Wissen aus dem Orient.
Dieses Erbe nahmen die aufkommenden Ordensgemeinschaften begeistert an. Die Intellektuellen der Klöster begannen, die antiken Dokumente neu zu verarbeiten. Sie fassten die übernommenen Kenntnisse in Enzyklopädien zusammen und ordneten sie neu.
In den monastischen Kloster Spitälern pflegten die Ordensleute ihre Patienten und versorgten sie mit Zubereitungen aus den klostereigenen Apotheken. Die Zutaten wuchsen in den Klostergärten, deren Kultivierung die Mönche und Nonnen stetig verbesserten. Durch dieses ganzheitliche Konzept lagen Forschung und Praxis, Krankenpflege, Medizin und Pharmazie eng verzahnt in einer Hand: Der Klosterheilkunde.

Die theoretische Basis der Klostermedizin – die Humoralpathologie

Die Klostermedizin brauchte auch eine theoretische Basis. Ein Denksystem kam aber nur zögerlich hinzu, setzte sich aber im Spätmittelalter schließlich durch. Es war die Humoralpathologie, die wiederum auf altgriechischen Einflüssen beruhte. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die originären Impulse dieser „Elementenlehre des Körpers“ höchstwahrscheinlich noch aus Ägypten stammen.
Die Humoralpathologie mag heute überholt sein. Doch ein nicht geringer Teil des Erfahrungswissens, das in Klöstern gesammelt und weitergeführt wurde, hat zeitlose Aktualität. Das betrifft in ganz besonderem Maße die Phytomedizin und den Anbau der Heilkräuter. In einigen europäischen Ländern sind einzelne Klöster bis heute kleine Pharma-Unternehmen, die Tinkturen, Tees und Salben herstellen.



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